Wegweiser für bundesweite Präventions- und Beratungsangebote
zu HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
Aidsprävention und Beratung in Deutschland
In Deutschland ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) die zentrale Umsetzungs- und Koordinierungsstelle für die Aidsprävention auf Bundesebene. Als Fachbörde im Geschäftsbereich des BMG entwickelt sie zu verschiedenen Gesundheitsthemen Präventionsstrategien und Kommunikationskonzepte und setzt diese in Programmen, Kampagnen und Projekten um. Die BZgA ist in Deutschland für die bundesweite Aidspräventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE verantwortlich. Die Kampagne spricht die gesamte Bevölkerung sowie zentrale Zielgruppen darin an.
Bereits Mitte der 80er Jahre vereinbarten die BZgA und die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH), der Dachverband von heute circa 130 lokalen Aids-Hilfe-Gruppen und -Initiativen, eine enge Zusammenarbeit. Dieses Modell der strategischen Arbeitsteilung und engen Zusammenarbeit ist international beispielhaft. Die Aktivitäten der DAH richten sich in erster Linie an die hauptsächlich von HIV betroffenen und besonders gefährdeten Gruppen. Da die DAH aus ihren Zielgruppen entstanden ist und mit ihnen intensiv zusammenarbeitet, ist sie hier ein besonders glaubwürdiger Absender von wirksamer Prävention. Einen großen Anteil ihrer staatlichen Mittel für die Aidsprävention stellt die BZgA deshalb der DAH für die Präventionsarbeit in diesen Gruppen zur Verfügung.
Seit 2005 unterstützt der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) die Aidsprävention in Deutschland und stellt der BZgA jährlich mehreren Millionen Euro zur Verfügung.
Unterstützung von Betroffenen
Ein weiterer bundesweit tätiger Akteur ist die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS). Sie gibt finanzielle Hilfen für Betroffene, fördert Projekte zu HIV und Aids in Deutschland wie auch international, unterstützt die Forschung zu HIV-Impfstoffen und arbeitet vielfältig zur Erhöhung der Akzeptanz HIV-infizierter und aidskranker Menschen, zum Beispiel über die Organisation von kleinen und großen Events.
Epidemiologie
Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist ebenso wie die BZgA eine obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des BMG und führt seit 1982 das Aids-Fallregister für Deutschland. Das RKI verfolgt Entwicklungen, gibt Schätzungen heraus, veröffentlicht regelmäßig aktuelle Zahlen zum Infektionsgeschehen in Deutschland und gibt Empfehlungen für die Prävention.
Weitere Akteure
Viele weitere Akteure arbeiten in Deutschland im Feld der Aidsprävention und Beratung: der öffentliche Gesundheitsdienst in Ländern und Kommunen, die regionalen Aidshilfen, Beratungsstellen freier Träger sowie Projekte, Stiftungen und Vereine. Die gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie das Engagement vieler Persönlichkeiten in Haupt-, Ehrenamt und Selbsthilfe tragen maßgeblich zu Vielfalt und Erfolg in der Aidsprävention bei.
www.aids.de ist ein Wegweiser, der einen ersten Überblick über bundesweit gültige Angebote und exemplarische Einzelprojekte geben möchte, die auf einer qualitätsgesicherten und wissenschaftlichen Basis arbeiten. Im Dienste der Übersichtlichkeit und Aktualität verzichtet aids.de bewusst auf eine vollständige Benennung aller Angebote und Akteure in Deutschland.